Kongress für menschliche Medizin - Update 2015 Logo

Umwelt im 3. Millennium – mehr Schaden als Nutzen?

Mikronährstoffmedizin und Spitzen-Prävention unter umweltmedizinischen Aspekten

Ressourcenmangel und Schadstoffexposition führen zu massiven Störungen in der Steuerung und Logistik des hochkomplizierten menschlichen Organismus. Dies wiederum hat Funktionseinschränkungen der Organe zur Folge, die der Körper irgendwann nicht mehr ausgleichen kann und dann dekompensiert: wir entwickeln Krankheiten, die sich mit den typischen symptomatischen Maßnahmen der zeitgenössischen Medizin nicht heilen lassen. Behinderung und eingeschränkte Lebensqualität sind die Folge – von den Kosten ganz zu schweigen. Konsequenterweise ist ein Umdenken mit einem ganzheitlichen Ansatz angezeigt – einschließlich einer effizienten Prävention.

Die Vorträge des Kongresses machen deutlich, dass dieses Umdenken keine Utopie ist, sondern derzeit stattfindet. Es muss daher unser aller Bestreben sein, diese beginnende Entwicklung nach besten Kräften zu unterstützen, damit sie zum „mainstream“ wird. Dazu gehört auch ein neues Verhältnis zur Umwelt. Denn nur in und durch eine gesunde Umwelt wird es dem einzelnen Menschen möglich sein, seine evolutionär angelegten Fähigkeiten zu entfalten. Gesundheit und Lebensqualität gibt‘s dann gratis dazu.

AMM Newsfeed

Aktuelle Beiträge zur Lebensstil-Medizin und Spitzen-Prävention

Die Vorträge im Überblick

KMM2015 - Komplettpaket

Der Kongress als Video-Download

Sie haben den Kongress für menschliche Medizin 2017 verpasst?

Dann schauen Sie sich doch unser digitales Kongresspaket an!

System-Prävention und Umweltmedizin

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Die zeitgenössische Medizin ist immer noch vom Prinzip des Reduktionismus geprägt, das bedeutet, ein System wird durch seine Einzelbestandteile ("Elemente") vollständig bestimmt. Indessen sind die Naturwissenschaften bereits zu einer ganzheitlichen, holistischen Sicht übergegangen. Da die Medizin sich als Wissenschaft auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften stützt, ist auch hier ein Umdenken angezeigt. Ein weiterer Beleg fürden fälligen Paradigmenwechsel ist die Perspektivlosigkeit der zeitgenössischen Medizin angesichts derzunehmenden Epidemie der Zivilisationskrankheiten.

https://youtu.be/dnuLXj6F8cQ

Schädigung biologischer Membranen durch Umweltgifte

Dr. med. Kurt Müller

Die in den letzten 100 Jahren gestiegene ubiquitäre Präsenz hydrophiler und lipophiler Umweltschadstoffe hat das Risiko der Schädigung biologischer Membranen erhöht. Mit dieser Belastung ist ein gesteigerter Verbrauch schützender Antioxidanzien verbunden, unter denen Ubichinon von besonderer Bedeutung ist. Cholesterin- und Cholesterinestermoleküle werden in Liposomen transportiert. Sie sind darin dem Membranaufbau folgend als Mizelle angeordnet und enthalten eine geringen Menge an Triglyzeriden. Die äußere schützende Schicht wirddurch Phopholipide gebildet, die ebenfalls Ubichinon als Antioxidanz benötigen.

https://youtu.be/4jxWQI8D6jM

Diabetes adé - ein Paradigmenwechsel bei den Ernährungsempfehlungen für Diabetiker ist überfällig

Dr. med. Hardy Walle

Der Ernährung kommt die entscheidende Bedeutung sowohl in der Prävention als auch in der Therapie des Typ 2 Diabetes zu. Propagierte man in der Vergangenheit als effektivste Therapiemaßnahme die Fettreduktion im Austausch gegen „komplexe“ Kohlenhydrate, so gewinnt heute die Nährstoffzusammensetzung unter Berücksichtigung der Energiedichte zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Art und Menge der Kohlenhydrate (glykämische Last) hat sich als entscheidende Steuerungsgröße zur diätetischen Behandlung des Typ 2 Diabetes in vielen Studien erwiesen.

https://youtu.be/YFgxpfyfSxg

CFS - Umweltkrankheit oder Infektion?

PD Dr. med. Wilfried P. Bieger

Erklärungsmodelle des CFS als Langzeitfolge von Umweltbelastungen oder das in letzter Zeit diskutierte Konzept der sekundären Mitochondriopathien und der kumulativen Effekte Stressor-bedingter oxidativer und inflammatorischer Mechanismen, die sich zu einem selbsttragenden, zyklischen Prozess, dem sog. „NO-ONOO-Cycle“ verdichten, liefern zwar theoretische Erklärungsansätze, die eigentliche Ursache der chronischen Fatigue und die Gründe für den chronischen Verlauf der Erkrankung bleiben jedoch im Unkl aren. Für eine maßgebliche Beteiligung von Umweltschadstoffen in der Pathogenese des CFS spricht insgesamt wenig. Ca. 80% der CFS-Erkrankungen beginnen mit einem Infekt.

https://youtu.be/CTjA6_dzK28

Spitzen-Prävention mit Holz als Baustoff

Ing. Dr. Erwin Thoma

Bäume sind Heiligtümer, Speichermasse von jahrzehntelanger gesammelter Sonnenenergie, welche uns, unverfälscht verbaut, mit Geborgenheit und Schutz umhüllen. Der Pionierbetrieb, welcher dies nun seit gut zwanzig Jahren umsetzt, ist die Salzburger Firma „Thoma“ mit ihrem System „Holz100“.
Vor einigen Jahren noch als Vision belächelt, liegen die medizinischen Studien über die gesundheitsfördernde Wirkung der Holz100-Häuser auf dem Tisch. In einem Holzraum, egal ob aus Zirbe, Tanne oder Fichte, baut man Stress ab, das Immunsystem und die Nerven werden gestärkt. Das wurde wissenschaftlich mit Hilfe von EKG und Herzratenvariabilität nachgewiesen. Ein Mensch hat pro Tag etwa 100.000 Herzschläge – in einer Holzumgebung hat er um etwa 8000 Schläge weniger. Holz richtig verarbeitet, bietet gleichzeitig Gesundheit, Energieunabhängigkeit und Nachhaltigkeit.

https://youtu.be/dgmherEP3M0

Unsere innere Umwelt - die extrazelluläre Matrix

Dr. med. Ulrich Randoll

Das Matrix Konzept beschreibt die zellulären Rahmenbedingungen, d.h. die Prozesse und Prozessentgleisungen der extrazellulären Matrix (EZM). Es wurde 1996 an der Universität Erlangen postuliert. Symptome, wie wir sie von der ICD 10 her kennen, werden dabei als Prozessstörungen auf zellulärer Ebene aufgefasst. Nach dem Modell der Systemischen Medizin entstehen sie als Resultat selbstorganisierender Prozesse, sobald sie nicht mehr unter optimalen Gegebenheiten ablaufen. Es entstehen Schwellenwertüberscheitungen unserer „inneren Umwelt“, die normale physikochemische Prozesse zur Dekompensation bringen. Schlussendlich sind sie mit bildgebenden Verfahren darstellbar. Nach diesem Pathogenese-Modell, wo die Entgleisung der Zellprozesse und ihrer extrazellulären Rahmenbedingungen im Fokus stehen, lassen sich viele Symptome erklären. Als Therapie bietet sich als erstes die Wiederherstellung der ursprünglichen Rahmenbedingungen an, in welchen sich Selbstorganisationsprozesse normalisieren.

https://youtu.be/Ymtqw_JvtM0

None-response auf Sport - Wie Gene die Effekte von Sport und Bewegung auf die Physiologie beeinflussen

Prof. Dr. rer. nat. Theodor Dingermann

Für manchen reicht der Blick in den Spiegel, um bei sich Übergewicht als ein relevantes Gesundheitsproblem zu erkennen. Die Waage verdeutlicht da nur noch das teils erschreckende Ausmaß des Problems. Die Lösung des Problems „Übergewicht“ liegt auf der Hand: Abnehmen!
Betrachtet man diese Lösung biochemisch, so ist das Ergebnis noch ganz amüsant. Wer hätte schon gedacht, dass sich überschüssiges Fett gewissermaßen in Luft und Wasser auflöst, wenn man konsequent daran arbeitet, es loszuwerden. In der konkreten Umsetzung kommt dann jedoch die Spaßkomponente sehr schnell abhanden. Denn die zwei auf der Hand liegen den Strategien „weniger essen“ und „sich mehr bewegen“ sind mit viel Entbehrung, Anstrengung und Disziplin verbunden.
Wäre das alles nicht schon schwer genug, zeigen systematische Studien, dass zumindest die zweite Empfehlung (sich mehr bewegen) möglicherweise ein falscher Ratschlag ist. Individuelle genetische Konstellationen können bedeuten, dass man auf Ausdauersport nicht anspricht.
So gibt es offensichtlich nicht nur Non-Responder beim Einsatz von Medikamenten, sondern auch bei Ausdauersport. Joggen, Nordic-Walken, Steppen, Radfahren oder Schwimmen hilft vielen, aber eben nicht allen. Und unter Umständen spielen auch noch ein paar Bakterien eine Rolle, wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren.

https://youtu.be/j-zLBszHpvA

Resilienz in einer belasteten Umwelt

Prof. Dr. med. Alfred Wolf

Die Lebensbedingungen für Menschen haben sich in den vergangenen 25 Jahren weltweit beträchtlich verändert: Das enorme Wachstum der Menschheit insbesondere in Asien mit zunehmender Urbanisierung ist mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Aber auch Krisen, ethnische und religiöse Konflikte und Kriege, fehlender Zugang zu Wasser, Hunger und Armut, aber auch schwere Unfälle und Katastrophen führen zu gewaltigen psychischen Belastungen mit erheblichen Stress-Vulnerationen und nachfolgenden psychischen Erkrankungen.
Ungeachtet härtester Belastungen überstehen jedoch zahlreiche Menschen dies weitgehend psychisch unbeschadet. Diese Fähigkeit der Resilienz wird seit einigen Jahren intensiv psychologisch und neurobiologisch erforscht.
Neben den psychologischen Faktoren wie Bindung, Persönlichkeit und soziales Umfeld sind vor allem genetische, epigenetische Steuerung von Neurotransmittern (wie zB. Serotonin-Transporter, COMT, MAOA), sowie biochemische Funktionsstörungen im Fokus. Unter diesen Funktionsstörungen erfahren immunologische Fehlfunktionen mit Inflammation verursacht durch Stoffwechselerkrankungen und Umwelt-Antigene zunehmend Bedeutung.

https://youtu.be/V6YciqqtujM

Hormone und Lifestyle

Prof. Dr. Dr. med. Johannes Huber

Hormone sind nicht nur Kommunikationssysteme innerhalb unseres Körpers, sondern interagieren auch mit der Umwelt, sind demnach von unserem life style abhängig.
Ein bekanntes Beispiel ist die Aromatase, jenes Enzym, das Östrogene im Gewebe aus den Vorstufen-Androgenen bildet und vom Alkohol angeregt wird. Möchte man den Östrogenspiegel senken, so bedeutet das auch einen Verzicht auf jeden Tropfen Alkohol, vor allem dann, wenn man gleichzeitig auch das Körpergewicht verringern möchte, das ja auch von den Hormonen beeinflusst wird.
Die männlichen Hormone wiederum können durch das Vitamin D gesteigert werden, das man entweder iatrogen zu sich nimmt oder über die Sonnenexposition steigern kann: Diese Regeln gelten für Frauen wie für Männer und hat auch beim Libidoverlust eine gewisse Bedeutung.
Neuste Arbeiten zeigen dass die Elektrizität und damit wahrscheinlich auch quantenphysikalische Größen in biologischen Systemen eine größere Rolle spielen als gedacht. Dies würde ein ganz neues Kapitel in dem Thema „Hormone und Umwelt“ aufschlagen.

https://youtu.be/G1XmVJC85gU

Belastungen aus der Zahnmedizin als Kausaltrigger für chronische Erkrankungen

Dr. medic-stom Martin Klehmet

Es ergibt sich die Frage, inwieweit nicht auch die Zahnmedizin mit ihren Pathologien, Materialien und Techniken inzwischen Teil einer belastenden Umwelt ist. Berücksichtigen wir die Gesetzmäßigkeiten der Toxikologie und der Immunologie gilt das natürlich immer nur individuell und für den einzelnen Patienten mit seiner ureigensten genetisch aber auch epigenetisch bestimmten Vulnerabilität und Suszeptibilität.
Umweltbelastungen aus der Zahnmedizin werden dargestellt durch den Ersatz von kariös bedingtem Zerfall harter Zahnsubstanz (Füllungstechnik – Kariologie), durch Devitalisierungen pulpitisch befallener Zähne (Endodontologie), durch unbehandelte akute aber meist chronische Entzündungsprozesse aus dem parodontologischen oder kieferchirurgischen Bereich, und dem Ersatz verlorener Zähne (Prothetik, Implantologie).
Lokale Entzündungsprozesse (Kiefer, Parodontium), die über einen langen Zeitraum persistieren, können über die Botenstoffmechanismen des Immunsystems durchaus zu allgemeinen d.h. systemischen Pathomechanismen führen.
Gleiches gilt für individuell sensibilisierende Materialien aus der Kariologie (bis heute leider noch Amalgam aber auch Gold- und Nichtedelmetall-Legierungen sowie Kunststoff- und Keramikfüllungen mit ihren jeweiligen Klebern), aus der Prothetik (gleiche Materialien) und aus der Implantologie (Titan, Tantal, Chirurgiestahl – Chrom/Kobalt/Molybdän – , Keramik – Zirkoniumdioxyd).

https://youtu.be/HwYeL4p5Z2g

Alzheimer-Demenz - eine Umwelterkrankung?

Apotheker Uwe Gröber

Die Ursache der Alzheimer-Demenz ist noch nicht vollständig geklärt. In etwa 5-10% der auftretenden Fälle sind Gendefekte auf den Chromosomen 1, 14 und 21 beschrieben. Mit über 30% spielen jedoch Umweltfaktoren wie Ernährung (z.B. Fast Food), Lebensstil (z.B. Rauchen), Schadstoffbelastung (z.B. Aluminium, Quecksilber) und Zahngesundheit unter den individuellen Risikofaktoren für Morbus Alzheimer eine zentrale Rolle. So entwickelten in großen Kohortenstudien Personen mit Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus (-> Alzheimer: Typ-3-Diabetes), sowie Menschen mit geringer Schulbildung überdurchschnittlich häufig eine Alzheimerdemenz.

https://youtu.be/hUJnRqCf6p4

Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS

Dr. med. Dirk Lemke

Chronische Erkrankungen sind eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin. Allergische oder autoimmun getriggerte Erkrankungen weisen innerhalb der westlichen Hemisphäre seit Jahren steigende Inzidenzen auf. Begeben Sie sich heutzutage in die Fußgängerzone einer durchschnittlichen Großstadt so leidet circa jedes zehnte ihnen entgegenkommende Kind an Asthma, so gut wie jeder sechste Passant kann von einem juckenden Hautausschlag oder Ekzem berichten, einer von zwanzig Fußgängern wird eine der ca. 80 bekannten Autoimmunerkrankungen aufweisen. Jeder tausendste ist dabei beispielsweise an Multipler Sklerose erkrankt, Inzidenz steigend!
Bis zu 75% dieser Erkrankten gehen dabei alternativen Ansätzen nach, bei denen Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Diäten traditionell eine große Rolle spielen. Welche Evidenz ist in der Literatur für ein solches Vorgehen zu finden? Mit welchen Empfehlungen können wir die Betroffenen dabei unterstützen? Welche Rolle innerhalb der Entstehung chronischer Krankheiten kann den Umweltfaktoren überhaupt zugesprochen werden?

https://youtu.be/VCqg9pmX008

Die Auswirkungen von Fasten auf den Stoffwechsel

Dr. med. Henning Wittrock

Das Fasten hat in den klassischen Naturheilverfahren einen festen Platz inne. Viele Indikationen für die Fastentherapie wurden aufgrund klinischer Erfahrung am Patienten gefunden. Inden letzten 20-50 Jahren wurde mehr und mehr entschlüsselt, warum die Fastentherapie bei den entsprechenden Indikationen oft so gute und schnelle klinische und laborchemische Verbesserungen bei den Patienten erzeugt.
Dr. med. Henning Wittrock, seit 5 Jahren als integrativ arbeitender Internist in der Klinik Buchinger Wilhelmi tätig, wird in seinem Vortrag speziell auf den derzeitigen Kenntnisstand der physiologischen Stoffwechselveränderungen im Fasten eingehen und wird überblicklich die Indikationen und Kontraindikationen der Fastentherapie vorstellen.

https://youtu.be/nTQI1AzfFW0

Umwelteinflüsse auf das Endokrinum

Heilpraktiker Michael Martin

Im Jahre 2013 hat die WHO die ubiquitäre Verbreitung hormonell wirksamer Chemikalien als „globale Bedrohung“ definiert. Seit 1991, als der Begriff „endokrine Disruptoren“ in Wisconsin, USA, im Rahmen einer Umweltkonferenz eingeführt wurde, zeigen immer mehr Studien auf, dass die auch als Xenohormone (Umwelthormone) bezeichneten Substanzen das endokrine Gleichgewicht von Mensch und Tier empfindlich und nachhaltig stören können. Da es keine Region der Erde mehr gibt, die frei von hormonwirksamen Umweltchemikalien ist, zeigen sich in der Tierwelt auch in weit abgelegenen Regionen tiefgreifende hormonelle Veränderungen, die allerdings auch beim Menschen weltweit auf dem Vormarsch sind. Dazu zählen u.a. Unfruchtbarkeit, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Veränderung der Geschlechtsentwicklung bei Jungen und Mädchen sowie die Zunahme hormonbedingter Krebsarten wie Brust-, Hoden- und Prostatakrebs.

https://youtu.be/3gFpIWRHMrU

Klinische Umweltmedizin - Evidenzbasierte Medizin, ein komplexer Prozess

Dr. med. Peter Ohnsorge

Die Klinische Umweltmedizin hat sich in den letzten zwanzig Jahren als neue wissenschaftliche Disziplin etabliert. Der Terminus „Umweltmedizin“ wurde früher als Verantwortungsbereich von Umwelt & Gesundheit angesehen. Die Fachbereiche Toxikologie, Hygiene, Arbeitsmedizin und Public Health arbeiten in diesem Sektor, haben aber in der Regel keine klinische Erfahrung. Insbesondere werden von ihnen bei Umwelt assoziierter Erkrankungen keine effektive Diagnostik, Therapie und individuelle ärztliche Betreuung von Patienten durchgeführt.
Diese Erkrankungen sind nicht mehr mit der linear-kausalen Herangehensweise unserer bisher gelehrten Medizin zu erfassen. Vielmehr sind komplexe multifaktorielle, multifunktionelle und multidimensionale Aspekte zu verfolgen. Gleichzeitig mit der Etablierung und Strukturierung der „Klinischen Umweltmedizin“ wuchs der Anspruch des Bereiches „Umwelt & Gesundheit“ über die fachliche Kompetenz, auch des klinischen Sektors. Mit der Begründung die „Klinische Umweltmedizin“ basiere nicht auf den unabdingbaren Kriterien einer Evidenz- basierten Medizin wurde Unwissenschaftlichkeit unterstellt und die Aussagen und Erkenntnisse als nicht relevant angesehen.

https://youtu.be/Cg4FBTC36bk

Kognition, Hormone und Alter: Epigenetische Kontrolle und Neuroenhancement

PD Dr. med. Alexander Römmler

In einigen Gehirnregionen ist auch für Primaten eine Neurogenese beim Erwachsenen und im höheren Lebensalter gut belegt. Dennoch lassen kognitive und affektive Prozesse im Altersverlauf signifikant nach, was mit einer verminderten epigenetischen Kontrolle der Genexpression zur Neurogenese assoziiert ist. Als Folgen sind eine nachlassende Ausbildung neuronaler Strukturen und ihrer Plastizität, verbunden mit reduzierten kognitiven Fähigkeiten inklusive der Entwicklung einer Altersdemenz zu beobachten.
Erfreulicherweise sind solche eingeschränkten Zustände auch im Alter noch reaktivierbar. In „klassischen“ Experimenten wurden Enzyme der epigenetischen Modulation wie Histon-/DNA-Deacetylase (HDAC; Sirtuine) oder deren Methyltransferase (HMT) inhibiert, stimuliert oder pharmakologisch substituiert, was dann eine durch Krankheit oder Altern verminderte Genaktivität wiederherstellen konnte. Nachfolgend verbessert sich die adulte Neurogenese und damit verbunden eine verminderte Kognition.

https://youtu.be/4p6X5TZfd2w

Vitamin D - Update 2015

Prof. Dr. med. Winfried März

Die weltweit hohe Prävalenz von Vitamin D-Mangel ist vor allem das Ergebnis niedriger Sonnenexposition mit der Folge einer verminderten Produktion von Vitamin D in der Haut. Die klassischen Manifestationen des Vitamin D-Mangels sind Störungen im Knochen- und Mineralstoffwechsel. Niedriges Vitamin D ist aber auch assoziiert mit Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Infektanfälligkeit, Krebs und verringerter Lebenserwartung.
Im Einklang mit diesen Beobachtungen ist in großen epidemiologischen Studien Vitamin D-Mangel mit einer erhöhten Inzidenzrate kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert. In randomisierten, kontrollierte Studien konnten signifikante Effekte von Vitamin D auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die klassischen Risikofaktoren bisher aber nicht konsistent nachgewiesen werden. Nachdem diese Studien überwiegend aber auch nicht darauf angelegt waren, kardiovaskuläre Effekte zu untersuchen, wurden inzwischen Langzeitstudien aufgesetzt. Es steht allerdings zu befürchten, dass diese Studien wie viele andere Studien zu Vitaminsupplementierung neutral ausfallen. Denn die Supplementierung erfolgt ohne Berücksichtigung des individuellen Bedarfs und zum Teil auf dem Hintergrund einer Fortifikation von Nahrungsmitteln mit Vitamin D.

https://youtu.be/q62rKmhZqRc

Auch in diesem Jahr findet der Kongress für menschliche Medizin wieder statt!

Der Themenschwerpunkt in diesem Jahr: Krebserkrankungen

Besuchen Sie uns am 25. und 26. März 2017 auf dem Campus Riedberg der Universität Frankfurt

Achtung Frühbucherrabatte bis zum 26.02.2017!